König Maximilian II. fasste die
Insel Wörth schon 1840 ins Auge, als er einen Platz für das
Maximilianeum suchte. Zwei Jahre nach seiner Krönung (1848)
erwarb er die Insel von der Fischerfamilie Kuglmüller und ließ
sich vom Architekten Franz Jakob Joseph Kreuter einen Plan für
die "Landesverschönerung" des gesamten Ufers am
Starnberger See erstellen. 1851 erhielt Kreuter den Auftrag zum
Bau des Casinos.
Kreuter übernahm in dem Entwurf des Casinos wesentliche
Gestaltungsmerkmale der "römischen Bäder" im
Schlosspark von Charlottenhof in Potsdam. Während sich diese
eng am Vorbild italienischer Landhäuser orientierten, versuchte
Kreuter die alpenländische Holzarchitektur mit zu integrieren.
Das Casino ist eine Synthese aus der ländlichen
oberitalienischen Villa all'italiana und dem
"national-bayerischen" Gebirgshaus.
Die Bezeichnung "Casino" erklärt die Funktion des
Baus als saisonal genutztes Sommerhaus. Darauf ist die
Gestaltung der Räume im Casino abgestimmt. Im befindet sich ein
großer Gartensaal, ein Nebenzimmer und eine Küche. Es gibt
kein Vestibüll, man tritt direkt in den Salon. Die zahlreichen
großen Flügeltüren und -fenster öffnen die Räume zum Park.
Im Obergeschoss liegen das Schlafzimmer des Königs und der
Hauptraum des Casinos: der große Salon. Vom Südbalkon des
Casinos blickt man auf das Alpenpanorama, das zusammen mit dem
See zum Leitmotiv der Anlage der Insel wurde. Der Turm, vom
Hauptbaukörper seitlich abgerückt und durch einen schmalen
Gang verbunden, besitzt nur ein kleines Belvederezimmer.